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Michael Sorg, Bereichsleiter Neue Medien bei der neckermann.de GmbH, verantwortet seit 1998 alle e-,m- und t-Commerce-Aktivitäten (elektronischer Handel, Handel über mobile Endgeräte, Vertrieb über den Fernseher). Nach mehreren Positionen im Marketing, Direktmarketing, Vertrieb und IT, u.a. bei Hewlett-Packard, hat Michael Sorg den Bereich Neue Medien für neckermann.de aufgebaut und konsequent weiterentwickelt.
F: Guten Morgen Herr Sorg, vielen Dank, daß Sie sich heute die Zeit nehmen, unsere Fragen zu beantworten. neckermann.de hat sich vor einigen Jahren entschieden, Open-Source-Software einzusetzen. Worauf legen Sie als Leiter Neue Medien bezüglich Ihrer IT-Infrastruktur den größten Wert?
A: Das System muß ausfallsicher, skalierbar, performant und flexibel sein. Darüber hinaus ist es wichtig, daß es kostengünstig und sicher ist.
F: Über welche Größenordnungen reden wir beim Online-Shop von neckermann.de?
A: neckermann.de GmbH ist mit einem Umsatz von mehr als 1,3 Milliarden Euro einer der größten Versandhändler in Europa. Über www.neckermann.de kann aus einem Sortiment von 250.000 Artikeln ausgewählt werden. neckermann.de erwirtschaftet rund 50 Prozent des Unternehmensumsatzes über den Online-Shop.
F: Wann haben Sie angefangen, sich mit Open-Source-Lösungen auseinanderzusetzen und aus welchen Gründen?
A: Die neckermann.de GmbH hat sich seit Beginn der E-Commerce Aktivitäten mit Open-Source Software als Plattform Basis auseinander gesetzt. Die ersten Shopping-Sites gingen 1995 ins Netz. Für Open Source sprachen vor allem die geringeren Kosten und schnellere Entwicklungszyklen die regelmäßig zu Innovationen führten. Für seine Innovationskraft wird neckermann.de regelmäßig ausgezeichnet, unter anderem mit dem Titel Bester Online-Shop (2003 und 2004), populärste Einkaufswebsite 2005, oder dem Konzept-Award für die erste dialogorientierte Shopping-Suchmaschine www.n-express.de (2006). Im Mai 2007 erhielt neckermann.de den intermedia-globe Silver Award und die Auszeichnung "kundenorientiertester Dienstleister Deutschlands 2007".
F: Hatten Sie selbst oder Personen aus Ihrer Abteilung Bedenken gegenüber dem Einsatz von Open-Source-Software?
A: Nein, da wir mit Open Source bereits seit Jahren gute Erfahrungen gemacht haben. Wir haben aber natürlich zunächst ausführliche Tests vorgenommen und sind in unkritischen Bereichen gestartet, bevor die Einführung in den Kernbereichen erfolgte. Zusätzlich haben wir den Einsatz von Open Source durch Supportverträge abgesichert.
F: Welche Hauptvorteile bietet Ihnen Open-Source-Software?
A: Wir können mit der Software Kosten sparen. Sie garantiert uns, daß wir flexibel auf alle Anforderungen reagieren können und gleichzeitig unsere Unabhängigkeit bewahren. Unsere Innovationskurven sind mittlerweile deutlich steiler.
F: Es gibt tausende von Open-Source-Projekten, die sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden. Welche Maßstäbe sollte ein IT-Leiter bei der Auswahl anlegen?
A: Man muß unbedingt auf die Verifikation der Community achten - sowohl auf Breite und Tiefe. Die Projekte sollten sowohl eine breite Unterstützung als auch eine professionelle und solide Basis bieten. Achten Sie auf die Anzahl der Installationen, die Aktivitäten in den Mailinglisten usw. Eine große und aktive Community hat einen unschätzbaren Wert für die Stabilität und schellere Entwicklkung des Produkts.
F: Glauben Sie, daß Open Source irgendwann proprietäre Software vollständig ersetzen kann?
A: Nein. Es wird eher ein stärker integriertes und ergänzendes Zusammenwirken.
F: Die Akzeptanz von Open Source ist in einigen Regionen und Branchen weniger stark ausgeprägt als in anderen. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?
A: Es fehlt in manchen Bereichen immer noch an Akzeptanz. Einige Kontrollgremien, sind noch nicht ausreichend von Open Source überzeugt. Das wiederum wirkt sich dann auch auf die Teilnehmer einzelner Branchen aus. Es gibt dort einfach gewachsene Strukturen in allen Bereichen, auf die dann zurückgegriffen wird, anstatt Open-Source-Lösungen zu verwenden.
F: Welchen Rat geben Sie IT-Leitern, die die Open-Source-Szene zwar neugierig verfolgen, aber immer noch zögerlich handeln?
A: Ich kann hier nur wieder auf die Vorteile von Open Source verweisen. Wir konnten innerhalb kürzester Zeit ein performantes Datenbank-System aufbauen, das unseren anspruchsvollen Anforderungen gerecht wird.

